AUDIT, TRAINING UND TRACKER
Die Hype-Autopsie.
Alle schulen die Bedienung. Ich schule das Urteil.
Jeden Tag treffen KI-Behauptungen auf Ihr Haus: im Feed Ihrer Mitarbeitenden, in Anbieterpräsentationen, in Vorstandsvorlagen und in Ihrer eigenen Außenkommunikation. Wer sie ungeprüft weitergibt, verstärkt nicht Wissen, sondern Stimmung. Im Namen Ihrer Marke.
DER BEFUND
Die wirksamsten Behauptungen lügen nicht …
… sie überdehnen. Aus einer Research Preview wird eine Zeitenwende, aus einem Demo-Ergebnis eine Produktionszahl, aus einem Nischenfall eine Handlungsanweisung für alle. Der Befund lautet fast nie „falsch“. Er lautet: Stimmt im Kern, ist aber eng an eine bestimmte Absicht gebunden und weit weniger bedeutsam, als uns weisgemacht wird.
Genau deshalb hilft ein klassischer Faktencheck hier nur begrenzt. Er prüft, ob etwas stimmt. Die Hype-Autopsie prüft, was es bedeutet, dass es stimmt. Sie beginnt dort, wo die Verifikation endet: beim wahren, aber überdehnten Inhalt.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Artikel 4 des EU AI Act verpflichtet Unternehmen bereits, für ausreichende KI-Kompetenz ihrer Mitarbeitenden zu sorgen; seit August 2026 sind Transparenzpflichten für bestimmte KI-generierte Inhalte geltendes Recht. Kritische Bewertungskompetenz ist KI-Kompetenz im Sinne dieser Pflicht. Dieses Angebot ist Sensibilisierung und Befähigung, ausdrücklich keine Rechtsberatung.
DAS PRINZIP
Autopsie heißt wörtlich: selbst sehen.
Mit eigenen Augen prüfen statt der Nacherzählung glauben. Das ist keine Metapher, sondern die Methode. Sie besteht aus drei Teilen, die sich in jeden Freigabe-Workflow einhängen lassen.
Der Sieben-Fragen-Detektor
Zwei Minuten, ohne Werkzeug, allein beim Lesen. Je mehr Treffer, desto vorsichtiger die Lektüre. Ab zwei Treffern gilt: ungeprüftes Teilen ist tabu.
- Wird ein Totalbruch behauptet?
- Wird aus einem Update eine Zeitenwende?
- Wird suggeriert, die wahre Geschichte kenne nur der Autor?
- Profitiert der Absender wirtschaftlich vom proklamierten Trend?
- Ist die Vorzeige-Zahl Produktion oder Proof of Concept, und gemessen woran?
- Gilt die Funktion allgemein oder nur für eine Nische, eine Preview, eine Branche?
- Gibt es Primärquellen, die sich in Minuten prüfen lassen?
Das dreistufige Prüfprotokoll
Stufe eins ist die Triage in zwei Minuten. Stufe zwei die Quellenprüfung in zehn bis fünfzehn Minuten, entlang einer festen Hierarchie: zuerst die Release Notes oder die technische Dokumentation des Herstellers, denn dort stehen die Wörter, die der Hype weglässt. Dann die Herkunft der Zahl. Dann eine unabhängige Fachquelle, ausdrücklich kein weiterer Multiplikator aus dem sozialen Netz. Stufe drei übersetzt den Befund in Sprache.
Die Korrekturformel
Das Produkt der Prüfung ist kein Daumen hoch oder runter, sondern ein verwendbarer Satz:
Stimmt. Aber kleiner, später, enger und mit Interessenlage.
Das Ergebnis ist kein pauschales Misstrauen, sondern ein gemeinsamer Prüfstandard. Einer, der auch bestätigen kann.
DREI BAUSTEINE
Diagnose, Befähigung, Verstetigung.
Die drei Bausteine sind einzeln buchbar und bauen aufeinander auf. Das Audit liefert die Befunde, das Training die Befähigung, der Tracker die Wiederholung.
Baustein 01
Das KI-Kommunikations-Audit
Ihre KI-Kommunikation auf dem Prüfstand: Pressemitteilungen, Vertriebsunterlagen, die Website oder Beiträge der Führungsebene. Dazu die Erhebung, wie Ihr Team heute mit eingehenden KI-Behauptungen umgeht. Wer teilt was, mit welcher Prüfung, mit welcher Freigabe?
Ergebnis: Bericht mit Risiko-Ampel, drei – fünf benannten Formulierungsbaustellen und Handlungsempfehlung nach erkannter Priorität (Aufwand zwei bis drei Beratertage).
Baustein 02
Das Training
Ein Inhouse-Training, nicht mehr als zwölf Teilnehmende. Ein Tag. Mit einer messbaren Klammer: Zu Beginn bewerten alle ein paar echte Beiträge wie immer (meistens aus dem Bauch), am Ende einige Beiträge mit der neuen Methode. Die sichtbare und dokumentierte Verbesserung ist der Wirksamkeitsnachweis.
Ergebnis: Prüfprotokoll-Karte für den Freigabe-Workflow, Baukasten für notwendige Sprachregelungen (Aufwand ein Tag gemeinsamer Arbeit).
Baustein 03
Der Hype-Tracker
Der Prüf-Reflex entsteht durch Wiederholung, nicht durch eine Schulung. Der Tracker ist die monatliche Autopsie im eigenen Haus: zwanzig Minuten, ein echter Beitrag, das ganze Team. Vom Team selbst getragen oder extern moderiert.
Ergebnis: Verfestigung der Prüf-Routinen auf Basis der laufend wachsenden Fallbibliothek.
Das Training gibt es in drei Zuschnitten, mit identischem methodischem Kern, aber unterschiedlicher Fallauswahl:
- Kommunikationsabteilungen: Teilen, Formulieren, Freigabe
- Führungsteams: Entscheiden unter Trend-Druck
- Agenturen: Beratungshaftung und Kundenformulierungen
DER TRAININGSTAG
Was an diesem Tag passiert.
Der Kalt-Test
Drei bis vier echte Beiträge, überdehnt, solide und schlicht falsch werden im üblichen „Bauchvotum“ durch alle Teilnehmenden gecheckt und entschieden, wie damit umgegangen wird: teilen, ignorieren, prüfen? Keine Diskussion, nur Dokumentation.
Die Live-Autopsie
Ein aktueller Beitrag wird gemeinsam seziert, in Echtzeit, mit sichtbarem Timer und Primärquellen auf der Leinwand. Die Botschaft: Die Prüfung dauert wirklich nur eine Viertelstunde.
Die KI-Falle
Ein Sprachmodell ohne Suchzugriff wird vor der Gruppe nach einem brandneuen Feature gefragt und antwortet selbstsicher daneben. Dieselbe Frage anschließend mit Suchzugriff und Quellenzwang. Der einprägsamste Moment des Tages.
Die Fallstudien-Rotation
Kleingruppen bearbeiten dokumentierte Fälle samt Original-Marketingmaterial, von der bloßen Überdehnung bis zum Strafverfahren. Präsentiert wird das Urteil in der Korrekturformel.
Die eigene Kommunikation
Ausführlich mit Diskussion: der Detektor, angewendet auf das eigene Haus, gefolgt von der Sprachregelungswerkstatt. Ein überdehnter Claim wird in eine haltbare Formulierung umgebaut. Hier geht es um Lösungen, nicht um ein Tribunal.
Warm-Test und Verabredung
Derselbe Test mit vier neuen Beiträgen, das Delta wird sichtbar gemacht. Und ein verbindlicher Schluss: Wer übernimmt die monatliche Autopsie intern, und wann findet die erste statt?
WOHER DAS KOMMT
Aus zwei Handwerken.
Ich habe als Journalist gearbeitet, berate seit vielen Jahren Unternehmen in Kommunikationsfragen und bin als Trainer und Dozent tätig, unter anderem für die Haufe Akademie aber auch für die International University IU. Die Hype-Autopsie ist aus dieser doppelten Praxis entstanden: dem journalistischen Handwerk der Quellenprüfung und dem Beratungsalltag in Kommunikationsabteilungen, die täglich entscheiden müssen, was sie teilen und übernehmen. Und wie ihr Haus über KI spricht.
IN EIGENER SACHE
Geprüft habe ich zuerst mich selbst.
Ein Angebot, das KI-Kommunikation auf Substanz prüft, ist nur so glaubwürdig wie die Bereitschaft, dieselbe Prüfung am eigenen Haus zuzulassen. Deshalb liegt offen, wo KI in meine Arbeit einfließt, welche Prüfschritte dazwischenliegen, wer die redaktionelle Verantwortung trägt — und wo mein eigener Nachweis endet.
Reden wir über Ihren Prüfstandard.
Die Konditionen richten sich nach Umfang, Teilnehmerkreis und Format. Am schnellsten klären wir das im Gespräch.
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